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Dienstag, 2. August 2016

Baustopp für Windräder in Meerhof

02.08.2016 | 07:00 Uhr
Das Thema Windkraft beschäftigt nun vermehrt die Verwaltungsgerichte.

Marsberg. Der Bau von elf Windrädern in Marsberg-Meerhof ist vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Arnsberg gab einem Eilantrag des Naturschutzbundes (NABU) NRW auf vorläufigen Rechtsschutz statt.

Der Bau von elf Windkrafträdern des Windparks „Himmelreich“ ist vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat dem Eilantrag des Naturschutzbundes (NABU) NRW auf Rechtsschutz am Freitag stattgegeben. Mit der Entscheidung ist eine „aufschiebenden Wirkung“ wieder hergestellt worden. Der Hochsauerlandkreis als Genehmigungsbehörde hat nun zwei Wochen Zeit, Beschwerde einzulegen. Gleiches gilt für den Projektierer, die Windpark Himmelreich GmbH und Co. KG.

Anlagen sollen Ende 2016 laufen

Drei Türme stehen schon, in zwei Wochen soll nach einer eingeplanten Pause weitergemacht werden. Ohne Baustopp sollten die ersten drei Räder des neuen Windparks in drei Wochen laufen. Alle sollten bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Eine Verzögerung verursache massive Schäden, so Geschäftsführer Michael Flocke.

Bereits im März hatte der NABU gegen die Genehmigung der Räder durch den HSK geklagt. Einmal wegen des alten Flächennutzungsplanes, der noch gelte und diese nicht vorsehe. Und zum zweiten, weil diese Genehmigung aus arten- und landschaftsschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig sei, so der NRW-Vorsitzende Josef Tumbrinck. Unter anderem brüte und schlafe hier der Rotmilan und: „Der Zugvogel Mornellregenpfeifer hat hier seinen bedeutendsten Rastplatz in NRW.“ Seit der Windpark geplant sei, hätten Experten vor Ort in 2014 und 2015 umfangreich kartiert und man habe auch die Aufstellung des neuen Planes „massivst kristisiert“.

„Hier wird Artenschutz missbraucht, um Eigeninteressen durchzusetzen“, entgegnet Investor Flocke. Anders könne er sich nicht erklären, warum aus einer bis dato „irreparablen Agrarsteppe“, die noch dazu zwischen zwei Windparks liege, auf einmal ein hochheiliges Biotop werden. Er will Beschwerde einlegen.

Von örtlichen Eigeninteressen wisse er gar nichts, so Turmbrinck: „Wir klagen als Landesverband!“ Er erhofft sich einen Präzedenzfall für NRW. Denn selbst, wenn in der Zwischenzeit der neue Flächennutzungsplan, der diesen Windpark beinhaltet, gültig werde, könne der Artenschutz im Verfahren selbst neu mitbeachtet werden. So würde dieses Thema vielleicht endlich einmal wirklich beachtet und nicht von einer Genehmigungsbehörde an die andere verschoben: „Inhalte werden in den Behörden meist weniger geprüft, es geht eher um Rechtssicherheit.“ Ziel könnte es künftig sein, dass die Kommunen vor Erstellung der Pläne den Artenschutz selbst eingehend prüfen lassen: „Das kommt leider nur sehr selten vor.“

Gericht sieht alten Plan als gültig

Die Stadt Marsberg hatte das gemeindliche Einvernehmen für den Windpark gegeben, zumal er im neuen Flächennutzungsplan explizit vorgesehen ist. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass der Windpark Himmelreich noch genehmigt wird“, beruft sich auch Bürgermeister Klaus Hülsenbeck auf die Genehmigung des HSK. Dieser war am 20. November 2015 beschlossen worden. Bei der Bezirksregierung traf er nach allerdings erst am 15. Juni 2016 ein, ab dann gilt die Frist von drei Monaten bis zur Entscheidung. Warum der Postweg rund sieben Monate statt wie üblich zwei bis vier Wochen dauerte, diese Frage gibt die Bezirksregierung an die Stadt weiter.


Tendenz für das Hauptverfahren

Laut Richter Til Nicolas Kappen, Pressesprecher des Verwaltungsgerichtes Arnsberg, habe das Gericht diese „vorweggenommene Regelung“ getroffen, weil es die Erfolgsaussichten der Klage summarisch geprüft habe. Es sei eine Tendenz für das Hauptverfahren abzuleiten. „Wird Beschwerde eingelegt, setzt sich das Oberverwaltungsgericht in Münster damit auseinander.“

Den Investoren könnte auf Dauer wirklich die Zeit davonrennen, denn bis Ende 2018 müssen alle genehmigten Anlagen stehen, für die noch die alte festgelegte Einspeisevergütung gelten soll.

Baustopp für Windräder in Meerhof | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/baustopp-fuer-windraeder-in-meerhof-id12059115.html#plx636222687

Montag, 14. Juli 2014

Windenergie Stadt Marsberg

Nach Aussagen der Marsberger Bürgerinitiative winkt die Bezirksregierung
Arnsberg jetzt mit Tempo die WEA-Planungen durch:

"Der Regionalplan liegt ab dem 22.08. zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus.
Dann wird er mit entsprechenden Windvorrangzonen durchgewunkten.

Wichtig ist dabei, dass die dort eingezeichneten
Windvorrangzonen automatisch in die Flächennutzungspläne als
Windkonzentrationszonen übernommen werden. D.h. dort kann dann gebaut werden
(also auch im Wald). Die überarbeitete Planung ist den beigefügten Karten zu
entnehmen.


Kritik am Verfahren weist man in Arnsberg weit von sich und meint, dass die

Planungshoheit der Städte gewahrt bleibt, da es sich beim
Regionalplan ja nur um eine Minimumplanung handelt!

Die Städte können ja noch mehr Flächen ausweisen. Die Städte haben also so
gut wie keine Planungsfreiräume mehr. Der einzige Grashalm sind die
planungssensiblen Arten - wenn sie denn als "weiches Kriterium"
angewendet werden..."

Im Marsberger Bereich ist der Natur-/Vogelschutz allerdings sehr aktiv!

Die Bezirksregierung Arnsberg überholt damit die laufenden Planungen der
Kommune und könnte so zügig Tatsachen schaffen. Es ist schon bedrückend,
immer wieder zu hören, dass die Planungshoheit vor Ort bleibt - aber nur
wenn noch mehr Flächen geopfert werden. Auch hier stellt sich wieder einmal
die Frage: Wer misst mit welchem Maß ???

Die Planung der Bez.-Reg. Für Brilon und Rüthen kenne ich leider noch nicht,
dürfte aber ähnlich sein (Wald!?)

Dienstag, 24. Juni 2014

Das Sintfeld wird zugebaut!

 - Vom Osten droht weiteres Ungemach

Liebe Mitstreiter,

die Kommunalwahlen sind gelaufen und neben der Einführung der neuen Ratsmitglieder werden nun die Rahmenbedingungen für den weiteren Windanlagenausbau auf der Paderborner Hochfläche festgezogen. Ein Schelm, wer bei der Terminplanung an Böses denkt...

Mit der Planung in Büren haben wir uns bereits ausgiebig befasst, mögen hier Flughafen und Flugplatz Schlimmeres verhindern. Nun zieht auch eine dunkle Wolke im Osten der Hochfläche auf.

Heute Abend, 24.6.  18.00 Uhr, werden im Rahmen einer Bürgerversammlung im Theatersaal des Gymnasiums Marsberg die Planungen der Stadt vorgestellt.

Eine Besonderheit hier ist die parallel laufende Planung der Bezirksregierung Arnsberg, die zudem Druck auf die Kommunen ausübt.

Der Regionalplan der Bezirksregierung ist bereits fertig gestellt, online gestellt und soll am 4.7. bereits beschlossen werden! Den beigefügten Karten  ist zu entnehmen, dass hier auch Waldflächen vorgesehen werden (u.a. ein Altbuchenbestand siehe Priesterberg).





Die Planungen der Stadt Marsberg (s. Karte) sehen dieses (noch) nicht vor, dennoch machen die vorgesehenen Flächen schon Angst.

Hierzu ein paar Informationen und noch vorläufige Zahlen:

Die Stadt Marsberg orientiert sich am "NRW-Szenario", dass für Marsberg Windkonzentrationszonen von 1.800 ha vorsieht. Dem folgt auch die Bezirksregierung und kann die Stadt nach Verabschiedung des Regionalplanes zur Umsetzung zwingen!

Im Szennario "NRW Plus" sind mit möglichen Waldflächen für die Stadt Marsberg 2.400 ha ausgewiesen.

Bei Umsetzung des Planungsentwurfes der Stadt werden diese 1.800 ha erreicht. Dieses aber nur, da die Abstände zur Wohnbebauung (Ortsbebauung) nur 700 m und zu Einzelgehöften 350 m betragen.

Die Stadt Marsberg versucht sich intern gegen diese Riesenflächen zu wehren, sieht aber nur noch bei der Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange eine Möglichkeit.

Für uns auf dem Sintfeld hat dieses folgende Bedeutung:

An der östlichen Gemarkungsgrenze Bad Wünnenberg/Marsberg erfolgt eine Erweiterung des bestehenden Windparks Meerhof in südlicher Richtung im Bereich Oesdorf und Essentho. Die Erweiterungsflächen betragen mehr als 400 ha, so dass dort etwa 30-35 große WEA´s errichtet werden können (und sicherlich werden).

Betrachtet man die die angrenzenden Flächen Bad Wünnenberg, Lichtenau und Marsberg nsgesamt, so wird es eine Linie an WEA´s von Haaren bis Essentho geben, die etwa 17 km lang sein wird!

Sobald Ergebnisse der Bürgerversammlung aus Marsberg vorliegen, werde ich weiter informieren.

Für die Bürener dürfte die Planung der Bez.-Reg. Arsnberg ebenfalls von größter Bedeutung sein, da mit der Planung im Wald und der Vorgabe von 18.000 ha auch angrenzende Flächen der Städte Brilon und Rüthen Berücksichtigung finden werden.

Der Wind nimmt zu!

H. Nolte

Widerstand gegen Windkraft nimmt zu - derwesten.de  

Marsberg hat schon 47 Windräder