Dienstag, 20. Oktober 2015

Blinklichtgewitter abschalten

Liebe Mitstreiter!

das Ärgernis hat viele Namen: Blinklichtgewitter, Vegas-Beleuchtung und
viele Namen mehr gibt es für die Lichtinstallation an und auf den Türmen
der Windräder. Es geht um die Signallampen, die permanent die großen
Windräder als "Luftfahrthindernis" kennzeichnen müssen. Aber für alle,
die sich nicht in der Luft bewegen, wirken die Lampen häßlich, störend,
belästigend.

Leider leider, so sagten das bisher auch die Politik und die Betreiber
der Windräder, stimmten bürgernah in das Bedauern ein und machten
Zusagen, was sie alles tun würden wenn. Nur "leider" ließe die
Gesetzeslage ja gar nichts zu.

Nun ist es plötzlich so weit: Die neuen internationalen Vorschriften der
Flugsicherung sind in deutsches Recht umgesetzt worden und erlauben ab
1. Oktober 2015 eine "Bedarfsgerechte Befeuerung". D.h. vereinfacht:

Ab sofort kann normalerweise alles abgeschaltet bleiben, nur wenn ein
Flugobjekt sich nähert, müssen die Lichter vorübergehend angehen!
(Bei Einhaltung detaillierter Vorschriften natürlich, siehe
Bundesgesetzblatt).

Und nun kommt's: Das Gesetz ist eine Kann-Vorschrift, aber keine
Verpflichtung!

Und jetzt plötzlich haben die Betreiber der Anlagen große Probleme mit
der Realität und die Politiker möchten nicht an ihre Versprechungen
erinnert werden. Aus "kann" macht man "muss nicht" ... Hallo?

Der Paderborner Kreistag wird das Thema am Mittwoch kommender Woche
28.10.2015 debattieren.
Die Bürger wollen dann die Politiker durch eine Demo an die Versprechen
erinnern, es gibt ein Blinklichtgewitter per Taschenlampen!

Mittwoch kommender Woche (28. Oktober) ab 17 Uhr
vor dem Kreishaus Paderborn, Aldegreverstrasse.

Sonntag, 11. Oktober 2015

2011 und heute?

In der Projektbeschreibung "Windpark Hirschweg" von 2011 war folgende Abbildung dargestellt:

Auf unsere Einwände, dass diese Fotomontage nicht realistisch ist, hat Herr Ebbers von der WBG Energieverwaltungs Gmbh auf der Versammlung in Leiberg im Gasthof Kaiser dies als Unfug bezeichnet.
Heute stellt es sich heraus, dass dies doch kein Unfug war.

Aus der gleichen Sicht sehen die beiden gebauten WKA´s viel größer aus.  Für wie dumm werden denn die Bürger in Bad Wünnenberg von den Investoren gehalten?
Man stelle sich vor wie das Sintfeld mit den weiteren 7 geplanten Anlagen ausgesehen hätte.
Fotos: Projektbeschreibung WBG Energie 2011, Redaktion 10.2015


Dienstag, 1. September 2015

100 000 Megawattstunden vernichtet

 100 000 Megawattstunden Windstrom wurden 2014 allein in Niedersachsen vernichtet und wir Verbraucher zahlen auch dafür! Für 2015 rechnet Tennet mit der 3-fachen Menge. Der Grund dafür ist nach Darstellung von TENNET (s. DIE WELT vom 29.8.2015) der fortschreitende Zubau mit Windkraftanlagen.

FAZ 30.08.2015   
   
http://www.faz.net/agenturmeldungen/unternehmensnachrichten/presse-100-000-megawattstunden-windstrom-in-niedersachsen-vernichtet-13776538.html

Montag, 24. August 2015

Gemeinsamkeit von WKAs und ägyptichen Pyramiden

Wolfgang Prabel, Ingenieur
 
Planwirtschaft wie beim Pharao
 
Die deutschen Windkraftanlagen und die ägyptischen Pyramiden haben einiges gemein. Zum Beispiel die Höhe.  Aber auch die gigantische Verschwendung von Ressourcen beim Bau.
 
Pyramiden und Windkraftanlagen dienten oder dienen der baulichen Verkörperung einer religiösen Überzeugung. Die Pharaonen glaubten mit Hilfe der  Pyramiden in den Himmel fahren zu können und ewig zu leben. Bundeskanzler Angela Merkel glaubt mit Windmühlen das Weltklima zu retten. Beide Überzeugungen halten einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand.
 
Gemeinsam ist Pyramiden und Windkraftanlagen  auch der Gigantismus und die menschliche Hybris. An der Cheops-Pyramide mußten etwa 10.000 Leute 20 Jahre lang sechs Tage in der Woche arbeiten, Wenn wir den heutigen Mindestlohn von 8,50 € ansetzen, sind 0,68 Mio € am Tag verbaut worden, und das 6.240 Tage lang. Macht 4,2 Milliarden € für eine Pyramide. Davon wurden im Alten Reich mehrere gebaut mit dem Ergebnis, daß das Reich zerfiel. Die genaueren Umstände sind unbekannt, wir dürfen jedoch vermuten, daß der immense Aufwand des Pyramidenbaus das Land schwer belastet hat. Deutschland wird durch die Windkraftbauten auf Dauer genauso ruiniert werden.
 
Die größte Pyramide in Giseh war 146 m hoch. Das ist für viele Windkraftanlagen (WKA) heute gerade mal die Nabenhöhe.
Der Gigantismus in Zahlen: In den 1990er Jahren übertraf der Rotordurchmesser der Windkraftanlagen selten 50 Meter. 2014 betrug  der durchschnittliche Rotordurchmesser schon 99 m und die durchschnittliche Nabenhöhe 116 m. Die größten Rotoren von WKA haben inzwischen bis 170 m Durchmesser, was fast dem Aufstandsmaß der Cheops-Pyramide entspricht.
Eine der heutigen Serienanlagen ist die E-126 mit einer Nabenhöhe von 135 m auf einem Stahlbetonturm mit 2.800 t Gewicht. Der Durchmesser des Turms beträgt am Schaft 16,5 m, die Gesamthöhe fast 200 m. Nabe und Flügel wiegen noch einmal 320 Tonnen und das Fundament 3.500 Tonnen. Kostenpunkt nach Angabe des Herstellers: 11 Millionen Euro. Die Anlage produziert nach Herstellerangabe zwischen 15-18 Mio. kWh Energie pro Jahr.
 
Auf Wikipedia haben selbsternannte Experten die Energierücklaufzeit (energetische Amortisationszeit) berechnet. Diese Größe beschreibt die Zeit, die vergeht, bis ein Kraftwerk genauso viel Energie erzeugt hat, wie zu dessen Produktion, Transport, Errichtung, Betrieb usw. benötigt wurde. Die Energierücklaufzeit betrüge bei Windkraftanlagen etwa drei bis sieben Monate und läge auch nach konservativen Schätzungen deutlich unter einem Jahr, so die Wiki-Autoren.
 
In Stahl sind 3,6 kWh/kg Primärenergie enthalten, in hocharmiertem Stahlbeton etwa 1 kWh/kg. Bei der Herstellung von 3.120 t Stahl sind also 3.120.000 kg x 3,6 kWh = 11,2 Mio kWh verbraucht worden, für das Fundament noch einmal 3,5 Mio kg x 1 kWh = 3,5 Mio kWh. Die Montage und der Transport zum Bauplatz sind darin nicht enthalten. Auch der Energieaufwand für 20 Jahre Instandhaltung und Wartung nicht. Der Aufwand für die Elektroausrüstung einschließlich der Kupferkabel und ggf. von neodymhaltigen Magneten blieb ebenfalls unberücksichtigt. Zusammen also 14,7 Mio kWh nur für Stahl und Stahlbeton. Zur Erinnerung die jährliche Energieausbeute betrug 15 bis 18 Mio kWh. Mit einem stark verkürzten Aufwand sind die Wikipedia-Autoren offensichtlich in den Vergleich gegangen und haben ihre olympisch schnelle Energierücklaufzeit errechnet.  Wikipedia muß bei manchen Einträgen darum kämpfen nicht zu Wikilügi zu werden.
 
Was ist nun wirklich los? Nehmen wir mal an, daß die Herstellerangabe zur Energieausbeute von bis zu 18 Mio. kWh jährlich stimmt. Multipliziert mit dem Preis einer kWh für den Privatkunden ergibt sich ein Erlös von 18 Mio. kWh x 0,30 € /kWh = 5,4 Mio €. In zwei Jahren hätte die Anlage ihr Geld verdient (11 Mio / 5,4 Mio = 2), so der erste Überschlag - eine Milchmädchenrechnung.
 
Wie kann es kommen, daß die Energierücklaufzeit weniger als ein Jahr dauert, die wirtschaftliche Amortisation zwei Jahre? Das ist in einer Marktwirtschaft ungewöhnlich, weil Energieaufwand und Kosten wie siamesische Zwillinge miteinander verwachsen sind. Aber wir leben ja in einer ausgeprägten Planwirtschaft. Wenn der Energiepreis extrem manipuliert wird, fallen Energierücklaufzeit und Amortisation stark auseinander.
 
Wir werden sehen, daß auch zwei Jahre nicht ausreichen, um die Anlage zu amortisieren. Es ist nämlich falsch, nur die Herstellungskosten zu berücksichtigen. Berthold Hahn vom Institut für Solare Energieversorgungstechnik in Kassel hat ausgerechnet, daß die Instandhaltungskosten bis zu einem Drittel der Kosten der erstmaligen Herstellung betragen. Zu den 11 Millionen müssen wir deshalb konservativ geschätzt 3 Millionen € hinzurechnen, so daß die Bauwerkskosten über die Lebenszykluszeit 14 Millionen betragen. Darin enthalten sind noch keine Finanzierungskosten von Krediten und keine Nutzungsentgelte für Land- und Forstwirte. Auch keine Kosten für Verwaltung und den Anlagenwart, wie Berthold Hahn schreibt. Wenn man 14 Mio. € durch den jährlichen Ertrag von 5,4 Mio. € teilt, so ergeben sich bereits 2,6 Jahre Amortisationszeit.
Nun sind die 30 Cent pro kWh natürlich ein fehlerhafter Ansatz für den Energiepreis, weil darin mehr als 50 % Steuern und Umlagen enthalten sind und weil er aus einem unwirtschaftlichen und nicht marktgerechten vom Staat willkürlich festgelegten Strommix entsteht. Marktgerecht ist nur der billigste Strom und das ist Kohlestrom. Ohne Zwang könnte man in einer Marktwirtschaft nämlich nur den billigsten Strom verkaufen. Von ein paar Grünen, die aus religiösen Überzeugungen Ökostrom kaufen, einmal abgesehen. Kohlestrom kostet weniger als 4 Cent pro kWh. Also noch einmal gerechnet:
18 Mio. kWh x 0,04 € /kWh = 0,72 Mio €.  Da braucht es 19 Jahre, um die Anlagekosten der WKA E-126 zu erwirtschaften. Zum Vergleich: Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von WKA in den AfA-Tabellen des Bundesministeriums der Finanzen beträgt 16 Jahre.
 
Wieviel Windstrom zur Unzeit anfällt, weiß keiner ganz genau. Am 30.03.2015 sind sturmbedingt von 0 bis 5 Uhr 160.000 MWh (das sind 160 Millionen kWh) Windenergie erzeugt worden sind, die den Energiepreis auf bis zu minus 20 € pro MWh gedrückt haben, weil fast niemand den Strom zur Unzeit brauchen konnte. Der Energie mußten noch 2,69 Mio € hinterhergeworfen werden, daß sich freundlicherweise Verbraucher fanden. Das muß doch auch eingepreist werden?
Wenn man mal annimmt, daß 10 % des Windstroms im wirtschaftlichen Sinn Müllstrom sind, so reduziert sich der Wert der Windenergie noch einmal.
18 Mio. kWh x 0,04 € /kWh = 0,72 Mio € x 0,9 = 0,65 Mio €. Da braucht es 21,5 Jahre, um die Anlagenkosten zu erwirtschaften. Für 20 Jahre sind die Anlagen von den Herstellern in der Regel konzipiert.
 
Zugegeben, das sind alles Überschläge. Keine der Zahlen, von den Herstellungskosten und der Energieausbeute angefangen ist auf Steintafeln gemeißelt. Über alle Ansätze darf und sollte man auch streiten. Es ist angesichts der entstehenden Kosten für den Windstrom und die Netze jedoch höchste Zeit zu streiten und zu hinterfragen.  Denn Wissenschaft ist systematisches Erkennen und nicht systematischer Selbstbetrug.
 

Montag, 17. August 2015

Energiewende tötet Deutschlands heimliches Wappentier

DIE WELT Die Greifvogelart Rotmilan nistet vor allem in Deutschland. Seit es immer mehr Windräder gibt, ist sie vom Aussterben bedroht. Baden-Württemberg versucht das Dilemma mit enormem Aufwand zu lösen.

mehr dazu HIER

Samstag, 8. August 2015

Montag, 27. Juli 2015

Wind wird teuer für Stromkunden

Capital, Wirtschaft ist Gesellschaft

Wind wird teuer für Stromkunden

22. Jul 2015, Thomas Steinmann
 
Auch nicht erzeugter Strom kostet Geld: Für die Zwangsabschaltung von Windrädern bei überlasteten Netzen zahlten die Stromkunden 2014 mehr als 100 Mio. Euro. In diesem Jahr wird es sogar noch mehr sein
Die Stromverbraucher haben 2014 so viel für die Zwangsabschaltung von Windrädern bezahlt wie noch nie. Nach Recherchen von Capital übertrafen die Entschädigungen an die Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen die Grenze von 100 Mio. Euro – nach 43,7 Mio. Euro im Jahr 2013. Allein die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50Hertz, in deren Versorgungsgebiet im Norden und Osten des Landes der weitaus größte Teil der deutschen Windkraftleistung installiert ist, zahlten zusammen rund 80 Mio. Euro für nicht ins Netz eingespeisten Strom. Hinzu kommt ein zweistelliger Millionenbetrag bei den mehreren Hundert Betreibern der örtlichen Verteilnetze, an die die große Mehrheit der Anlagen angeschlossen ist.
 
Die sprunghaft steigenden Kosten für die Abregelung von Windrädern sind eine Folge des rasanten Ausbaus der regenerativen Energien. „Die Erneuerbaren drücken ins Stromnetz, und es gibt immer mehr Netzengpässe, die wir nur entlasten können, indem wir sogar Windkraftanlagen abregeln“, sagte Tennet-Chef Urban Keussen. Wegen des Einspeisevorrangs für Grünstrom haben die Eigentümer der Erneuerbaren-Anlagen seit einigen Jahren Anspruch auf Entschädigung. Die Kosten werden über die Netzentgelte finanziert, ebenso wie die Kosten für Eingriffe der Netzbetreiber in die Fahrweise konventioneller Kraftwerke. Am Ende bezahlen die Verbraucher auch für nicht erzeugten Strom.

Stürme führten zu Einspeiserekorden

In etwa neun von zehn Fällen handelt es sich bei den abgeregelten Anlagen um Windräder. Der Rest entfällt auf Biogas- und Fotovoltaikanlagen. Die Engpässe, die ein Eingreifen erforderlich machen, können sowohl auf der Ebene der Übertragungsnetze – der großen Stromautobahnen – auftreten als auch auf der darunter liegenden Ebene der Verteilnetze, in die die meisten Erneuerbaren-Anlagen einspeisen.
 
Auch für dieses Jahr erwarten die Netzbetreiber eine weitere drastische Zunahme der Eingriffe. Allein bei Tennet würden die Kosten voraussichtlich 150 Mio. Euro erreichen, sagte Keussen Capital. Das ist fast eine Verdreifachung gegenüber dem Rekordwert von 2014, der bei 55 Mio. Euro lag. Tennet betreibt unter anderem die Stromautobahnen in Schleswig-Holstein, wo besonders viele Windparks ins Netz einspeisen – zunehmend auch vor den Küsten. Mittlerweile deckt Windenergie als wichtigste Ökostrom-Quelle rund neun Prozent des deutschen Strombedarfs. Mehrere Stürme haben im vergangenen Winter zu neuen Einspeiserekorden geführt – aber auch zu neuen Höchstwerten bei Zwangsabschaltungen.
 
Tennet-Geschäftsführer Keussen rechnet damit, dass seine Netzmanager in diesem Jahr mehr als 1000 Gigawattstunden Windstrom abregeln müssen. Das entspricht etwa einem Zehntel der Elektrizität, die ein mittelgroßes Atomkraftwerk in einem Jahr erzeugt. Auch 50Hertz erwartet für seine Regelzone in Ostdeutschland einen weiteren Zuwachs an verschenktem Strom.
 
Entlastung versprechen sich die Betreiber von Netzausbau-Plänen, die Bund und Länder im Zuge der Energiewende beschlossen haben. „Wir brauchen dringend neue Stromverbindungen von Nord nach Süd, um den Windstrom aus Norddeutschland abzutransportieren“, sagte Keussen. Dabei spiele die Südlink-Trasse von Schleswig-Holstein nach Bayern eine wichtige Rolle. Um die Leitung hatte es monatelangen Streit zwischen Bayern und dem Bund gegeben. Inzwischen hat die bayerische Landesregierung ihren Widerstand gegen die Trasse zwar aufgegeben. Wichtige Fragen sind allerdings noch offen.