Samstag, 22. März 2014

Initiative will sich wehren

 "Windvernunft Bad Wünnenberg" kritsiert ungebremsten Windkraftausbau
Sie will den Investoren den Wind aus den Segeln nehmen: Für die »Initiative Windvernunft Stadt Bad Wünnenberg« ist die Grenze des Ertragbaren an Windrädern im Stadtgebiet erreicht. Sie will sich gegen eine weitere Front an Anlagen zur Wehr setzen - und hat breite Rückendeckung aus der Bevölkerung.


Blick auf das Feld oberhalb Leiberg  Foto: Alfons Hillebrand

Die Initiative hat 5000 Flyer drucken lassen. In diesen Tagen lässt sie diese an alle 4700 Haushalte in der Stadt verteilen. Die Flyer sind eine Einladung zur Bürgerversammlung. Die Initiative um ihre Sprecher Hubertus Nolte und Johannes Schäfer will am Mittwoch, 26. März, von 20 Uhr an in der Schützenhalle die Einwohner aus der gesamten Stadt Bad Wünnenberg über die Windenergie in der Kurstadt informieren.
 Der Flyer beinhaltet einen Appell: »Das Maß ist voll. Das Stadtgebiet 15ad Wünnenberg hat schon jetzt einen großen Beitrag zur regenerativen Energiegewinnung geleistet. Gemeinsam wollen wir Einfluss nehmen und uns wehren«, sagt Hubertus Nolte.
Die Initiative spricht davon, einen Großteil der Bürger auf ihrer Seite zu haben. Wichtig sei es nun, den Bürgern zu vermitteln, dass sie sich beteiligen können, nicht einzeln, aber im Kollektiv, verdeutlicht der Sprecher der Initiative: »Wir wollen gegen die Ohnmacht der einzelnen Bürger vergehen und zusammen einen maßvollen und vernünftigen Weg beschreiten«, gibt er die Marschrichtung vor. Viele Bürger hätten sich in den vergangenen Tagen an die Initiative gewandt. Dabei sei es vielen um die eigene Gesundheit gegangen, erläutert Hubertus Nolte, der Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Kurstadt ist. Die Initiative spricht von einer »Goldgräberstimmung« in der Kurstadt. »Wir verteufeln die Windkraft nicht, wir wollen nur Windvernunft walten lassen«, sagt er.

»Windvernunft Bad Wünnenberg« will die Bürger aufklären und für die Petition sensibilisieren, die der Rheinland-Pfälzer Karl-Heinz Krummeck gestartet hat.
Diese ist bereits von etlichen Kreis-Paderbornern unterschrieben worden und auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlicht. Sie zielt darauf ab, den umstrittenen Paragrafen 35, der der Windenergie im Außenbereich die Privilegierung zuspricht, zu kippen. Dafür bedarf es 50 000 Unterschriften bundesweit. »Dafür wollen wir am Mittwoch auch Unterschriften sammeln«, sagt Johannes Schäfer. Die Initiative fordert angemessene Abstände zwischen Anlagen und Wohnbebauung sowie Entwicklungsmöglichkeilen für die Stadt. Sollte das Oberfeld mit Windrädern bebaut werden, wäre diese Fläche für Bad Wünnenberg »dahin«, sagt Hubertus Nolte. Dort sind sieben Räder beantragt. Die Stadt hatte diese Anträge über den Kreis als Genehmigungsbehörde zurückstellen lassen und vor Gericht nach Klage des Investors Recht bekommen.

Westfälisches Volksblatt 22.3.2014 S.Schwake

Kommentare:

  1. Ich finde diese Ablehnung der Windkraftanlagen sehr schade - sind sie doch ein sichtbares Zeichen für unseren Beitrag zur Energiewende.Nun nach dem NIMBY (not in my backyard)-Prinzip zu sagen: “Windkraft ist gut, aber bitte nicht bei uns“ finde ich sehr traurig!

    Wir sollten uns freuen, dass wir eine für die Windkraft so attraktive Gegend haben!

    Viele Grüße,
    Kurt

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    1. Hallo Kurt, von NIMBY kann man bei uns nicht mehr reden. Siehe http://windpark-bw.blogspot.de/2014/03/stromproduktion-der-stadt-bad-wunnenberg.html .Ich weiss nicht wo sie wohnen, mit Sicherheit in einer wenig geschädigten Umwelt. Einfach mal den Kurort BAD WÜNNENBERG besuchen, wir laden sie dazu ein.
      Viele Grüße
      Reinhold

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    2. Hallo Reinhold,

      ich wohne in Fürstenberg und fahre täglich auf dem Weg zur Arbeit in Richtung Meerhof durch den Windpark - und ich bin jedes mal stolz darauf, dass wir hier in unserem kleinen Städtchen so einen großen Beitrag zur Energiewende leisten.

      Dass Wünnenberg mehr Energie erzeugt, als es selbst verbraucht, stimmt natürlich. Man muss sich aber auch vor Augen führen, dass wir natürlich die Verantwortung haben, auch den Bedarf der Großstädte wie z.B. Berlin und all die anderen zu decken, die wirklich nicht die Möglichkeit haben, in entsprechendem Umfang Windkraftanlagen aufzustellen.

      Viele Grüße,
      Kurt

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